Niederösterreich stellt mit dem Gesundheitsplan 2040+ bereits heute die Weichen für eine zukunftsfitte Gesundheitsversorgung. Aufbauend auf diesem Plan wird nun auch im Weinviertel eine moderne Versorgungsstruktur umgesetzt, die in den kommenden 10 bis 15 Jahren Schritt für Schritt entsteht und eine hochwertige medizinische Betreuung für alle Landsleute langfristig sicherstellt. Im Mittelpunkt steht dabei eine regionale Gesundheitsstruktur, in der medizinische Versorgung, Pflege und Ausbildung eng miteinander verzahnt werden. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten zur richtigen Zeit am richtigen Ort und durch die richtige Fachperson zu behandeln – flächendeckend und auf höchstem Niveau.
„Wir alle sehen die Herausforderungen im Gesundheitssystem: der demografische Wandel, der Wandel der Bevölkerungsstruktur mit Pensionierungswellen und zunehmender Alterung und die neuen Anforderungen der modernen Medizin. Auf diese Herausforderungen müssen wir jetzt und heute eingehen, wenn wir auch in Zukunft ein sicheres Gesundheitssystem behalten wollen. Niederösterreich hat mit dem Gesundheitsplan 2040+ als erstes Bundesland in Österreich einen ganzheitlichen Plan vorgelegt, um das Gesundheitssystem eines gesamten Landes zukunftssicher zu machen. Mit der neuen Struktur für die Gesundheitsregion Weinviertel setzt Niederösterreich einen weiteren wegweisenden Schritt, denn zum ersten Mal in Österreich werden Medizin und Pflege konsequent aus einer Hand gedacht“, betont Landesrat Anton Kasser.
Gesundheitsregion Weinviertel: Versorgung im Netzwerk
Künftig wird Gesundheitsversorgung im Weinviertel stärker regional gedacht: Standorte arbeiten enger zusammen und übernehmen unterschiedliche Schwerpunkte innerhalb eines gemeinsamen Versorgungsnetzes. Herzstück der Struktur werden zwei Schwerpunktkliniken sein – eine im Norden der Region in Mistelbach sowie eine neue Schwerpunktklinik im Süden in Stockerau. Ergänzt wird dieses Angebot durch Ambulatorien, in denen fachärztliche Leistungen sowie tagesklinische Operationen angeboten werden. Ein solches Ambulatorium ist etwa in Hollabrunn vorgesehen, ein weiteres in Gänserndorf. Auch im Pflegebereich werden die Kapazitäten gezielt ausgebaut. Im Zentrum steht dabei ein neuer Gesundheits- und Pflegecampus in Hollabrunn mit bis zu 290 Betten, der eines der größten Angebote dieser Art in der Ostregion darstellen wird.
Starke Pflege und Ausbildung für die Zukunft
„Die Entwicklungen sind eindeutig: Wir sehen einen starken demografischen Wandel mit einer deutlich steigenden Zahl älterer Menschen. Wir gehen im Weinviertel von einem Zuwachs von rund 42 Prozent bei Menschen in stationärer Pflege aus. Darauf muss das Versorgungssystem vorbereitet sein. Der Pflege- und Betreuungscampus in Hollabrunn ist die richtige und rechtzeitige Antwort auf diese Entwicklung. Die dort angebotenen Leistungen sind sehr breit aufgestellt und mit 288 Betten zählt es zu den größten Einrichtungen seiner Art“, erklärt Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.
Darüber hinaus werde auch der Ausbildungsbereich weiter gestärkt. Neben bestehenden Ausbildungsangeboten in Mistelbach soll künftig ein zusätzlicher Ausbildungscampus für Pflege- und Gesundheitsberufe in Korneuburg entstehen.
Wissenschaftliche Begleitung und klare Kriterien
Die Standortentscheidungen für die einzelnen Einrichtungen wurden von einer eigenen Expertenkommission wissenschaftlich vorbereitet. Dabei wurden Bedarfsschätzungen, Anforderungen an Erreichbarkeit sowie zahlreiche Bewertungskriterien berücksichtigt. Die Analyse habe gezeigt, dass Stockerau für die südliche Schwerpunktklinik besonders geeignete Voraussetzungen bietet, während Hollabrunn für Pflege- und Ambulatoriumsangebote und Korneuburg für einen Ausbildungsstandort ideale Bedingungen aufweist. Auch aus wissenschaftlicher Sicht gilt der Ausbau der Pflege- und Betreuungsangebote als entscheidender Schritt, um den künftig steigenden Bedarf durch die demografische Entwicklung abzudecken.
Generationenprojekt für das Weinviertel
Die Umsetzung der neuen Struktur erfolgt schrittweise über einen Zeitraum von rund 10 bis 15 Jahren. Bis dahin bleiben alle bestehenden Einrichtungen erhalten und Veränderungen werden erst dann umgesetzt, wenn neue und bessere Versorgungsangebote bereits bereitstehen. Damit wird sichergestellt, dass auch in Zukunft alle Menschen im Weinviertel Zugang zu moderner Medizin, hochwertiger Pflege und umfassender Betreuung haben. Der Gesundheitsplan 2040+ gilt somit als eines der größten Zukunftsprojekte für die Gesundheitsversorgung in Niederösterreich.




